Wenn wir bereits wissen, dass unser Baby gestorben ist oder sterben wird, können wir uns bewusst auf die Geburt vorbereiten, um nichts zu vergessen, was später wichtig sein könnte. Das eine oder andere mag übertrieben oder unpassend erscheinen - aber wenn es erst einmal zu spät ist, kann man nichts davon nachholen. Leider. Ich zum Beispiel bereue bis heute, kein Foto von meinem Bauch zu haben, oder gar einen Gipsabdruck davon. Das habe ich leider versäumt, genauso wie das Aufzeichnen der Herztöne, obwohl ich ein entsprechendes Gerät gehabt hätte... Vielleicht hast du Angst vor der Begegnung mit deinem Kind, besonders vor einer stillen Geburt, oder du denkst, du schaffst es nicht. Das, glaube ich, geht fast allen so, es ist vollkommen normal. Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass es sehr wichtig, richtig und schön für uns war, unser Kind kennenzulernen, auch wenn es schon gestorben war.

Noch ein Hinweis: wenn du erfährst, dass dein Baby schon gestorben ist, gehe erst mal nach Hause und nimm dir Zeit. Bleibe so lange zu Hause und verabschiede dich, wie du das für nötig hältst. Es eilt gar nichts. Und medizinisch ist das - normalerweise - kein Problem.

 

  • Tagebuch schreiben , damit du kein Detail deiner Schwangerschaft vergisst
  • positiven Schwangerschaftstest aufbewahren
  • alle Ultraschallbilder beim Arzt anfordern!
  • Befunde beim Arzt anfordern (z.B. Karyogramm des Kindes bei Chromosmenanalysen)
  • vielleicht ist es möglich, eine Videoaufnahme bei der US-Untersuchung zu machen?
  • Herztöne des Babys aufnehmen (Angelsound? oder Klinik?)
  • schöne Fotos vom Bauch machen
  • Gipsabdruck vom Bauch machen!
  • zwei Decken für das Baby machen oder besorgen - eine für die Beerdigung, und eine zur Erinnerung
  • Kleidchen zum Anziehen besorgen, oder ein schönes, kuschliges Tuch
  • vorher überlegen, welche Fotos mit dem Baby gemacht werden sollen, damit keines vergessen wird!
  • Fotos der Hände auf dem Babybauch, auch die Hände anderer Familienmitglieder
 
   

 

Für die Geburt selbst, kann man keine Ratschläge erteilen... denn jede Geburt ist anders und man hat auch wenig Einfluss auf den Verlauf. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, wenn möglich, auf Schmerzmittel zu verzichten, um möglichst klar und bei Bewusstsein zu sein, wenn das Baby da ist. Schmerzmittel und Narkosen bewirken einen gewissen Nebel im Kopf, was in meinen Augen (das ist meine persönliche Meinung) ungünstig ist. Viele Details aus dem Kreißsaal und kurz danach kann ich nicht mehr in der richtigen Reihenfolge wiedergeben - ich war einfach ein bißchen zu blöde im Kopf. Heute finde ich das schade. Genauso, dass ich eine halbe Stunde unter Vollnarkose war (Ausschabung) empfinde ich heute als Nachteil. Das muss nicht jeder so sehen, aber es sei hier genannt, damit man sich Gedanken darüber machen kann, was man selbst gerne möchte.

Genauso möchte ich dringend empfehlen, das Baby genau anzusehen, sich jedes kleine Detail einzuprägen - später kann man das nicht mehr nachholen. Und bitte: egal was Hebamme, Krankenschwester oder Ärzte sagen: es ist euer Kind, und ihr habt das Recht es euch genau anzusehen. Habt keine Angst davor, es ist euer Kind: für euch wird es das schönste Baby auf der Welt sein.

Die Zeit kurz nach der Geburt ist die einzige Zeit, die wir mit unserem Baby verbringen können. Behaltet euer Kind so lange wie es möglich ist und ihr das wünscht. Erst wenn ihr meint, bereit dazu zu sein, gebt ihr das Baby ab. Es ist die einzige Zeit in diesem Leben, die ihr mit eurem Kind verbringen könnt.

Ach ja, wichtig : es ist rechtlich möglich, das Baby vor der Beerdigung mit nach Hause zu bekommen. Allerdings braucht man dafür einen Bestatter (aber den braucht man ohnehin), der den Transport des Kindes übernimmt, denn selbst darf man es nicht transportieren. Diese Variante macht aber nur Sinn, wenn das Baby kurz nach der Geburt schon beerdigt wird, und keine Obduktion gewünscht wird (wenn z.B. die Todesursache schon eindeutig feststeht). Euer Kind darf dann bis zu 36 Stunden bei euch zu Hause sein.

 

 
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