Liebe Mitmenschen,

der Tod eines Kindes während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder auch danach ist für alle ein unbegreifliches Ereignis. Es bewirkt Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit, was im ersten Moment völlig normal ist. Es darf aber nicht dazu führen, dass man sich von den trauernden Eltern zurückzieht, denn das ist wirklich sehr verletzend.

Auf dieser Seite habe ich einige Informationen und Tipps zusammengetragen, wie man sich verhalten kann, wenn man wirklich helfen und da sein will. Die Empfehlungen beruhen auf meinen persönlichen Erfahrungen, und aus den Erfahrungen anderer Sterneneltern, die ich im Laufe der Zeit gesammelt habe.

Ich hoffe, dass euch diese Tipps ein wenig helfen und ihr das eine oder andere anwenden könnt! Vielen Dank für das Interesse!

     
 
 
Hier ein sehr guter Leitfaden für Angehörige, Freunde und alle Interessierten... http://www.fpk.ch/pdf/LeitfadenHilfreichesVerhalten_005.pdf
 
         
 

Über die Trauer...

  • Trauern ist normal, und notwendig.
  • Durch die Trauer nimmt man Abschied, man integriert den Verlust in sein Leben, um dann allmählich zu neuer Hoffnung und zu neuem Wohlbefinden zu finden.
  • Trauer lässt sich nicht zeitlich eingrenzen, sie ist individuell. Es kan ein, zwei oder mehrere Jahre dauern, es gibt keine festgelegten "Trauerzeiten" . Trauer kommt und geht in Wellen.
  • Eltern, die einen Schwangerschaftsverlust erleiden, sehen sich mit den Problemen konfrontiert, dass 1. der Verlust vom Umfeld abgewertet wird, 2. der Verlust ein Tabuthema ist, 3. keiner sonst das Baby kennt und somit für die anderen nicht real ist, 4. man keine Erinnerungen hat, die man mit anderen teilen kann und 5. man sich dadurch isoliert fühlt.
  • Wenn Trauer nicht ausgelebt wird, kann das dazu führen, dass sie später in Form von gesundheitlichen Beschwerden wieder hervorkommt.
  • Der einzige Weg, über die Trauer hinwegzukommen ist geradewegs durch die Trauer durch.
  • Trauernde sollten das Erlebte immer wieder erzählen dürfen, das ist sehr wichtig für die Verarbeitung.
  • Trauer macht möglicheriweise eine zeitlang egoistisch.
  • Wichtig: trauernde Eltern haben einerseits eine Geburt (oder med. Eingriff) und gleichzeitig eine Berührung mit dem Tod hinter sich.

 

 

Praktische Tipps für den Umgang mit trauernden Eltern:

  • Auf den Verlust angesprochen zu werden, ist oftmals viel besser, als das Thema auszuklammern. Nicht darüber zu sprechen vermittelt den Eltern das Gefühl von mangelnder Anteilnahme, und das tut viel mehr weh.
  • Das Baby "kennenlernen" - den Eltern Gelegenheit geben, über ihr Kind zu sprechen, evtl. Fotos anschauen, dem Kind einen Platz in der Familie / Gemeinschaft geben.
  • Weinen ist heilsam für die Seele. Wenn trauernde Eltern weinen, weil man nach ihrem Kind fragt, ist das nicht, weil man sie verletzt hat - wir weinen, weil wir unser Kind vermissen. Und wir sind dankbar, über unser Kind sprechen zu dürfen.
  • In den Arm nehmen, hilft oft mehr als Worte.
  • Zuhören! Hilft auch oft mehr, als reden.
  • Das Kind namentlich erwähnen! Nicht von der "Fehlgeburt" oder "Totgeburt" sprechen!
  • den trauernden Papa nicht vergessen!
  • die Geschwister nicht vergessen!
  • möglicherweise anbieten, die Geschwister zu betreuen
  • wenn ein Besuch schwierig oder unmöglich ist, einen Brief oder eine Karte schreiben!
  • Blumen bringen oder schicken
  • an wichtige Termine denken, Geburtstag, Todestag, Entbindungstermin!
  • ein Buch schenken
 
 

Passende Sätze:

  • Es tut mir so leid, was euch passiert ist.
  • Das muss schrecklich für euch sein.
  • Ich bin für dich da.
  • Ich höre dir zu.
  • Ich habe mich gefragt, wie es euch geht.
  • Ich denke an dich.
  • Möchtest du mir von deinem Baby erzählen?
  • Kann ich etwas für dich tun?
  • Lass dir Zeit.
 
 

Was wehtut:

  • Einfach alles ignorieren, sich verhalten, als ob nichts passiert ist.
  • Herunterspielen der Ereignisse.
  • Gefühle und Verhalten von trauernden Eltern be- oder gar verurteilen.
  • Verlangen, dass es ihnen doch jetzt endlich mal besser gehen soll.
  • Empfehlen, am Besten alles so schnell wie möglich zu vergessen / verdrängen.
  • Abschirmen von der Außenwelt, Informationen vorenthalten, um die Eltern zu schonen.
  • Einfach Babysachen wegräumen, ohne zu fragen.
  • Das Thema aus Gesprächen ausklammern.
 
 

Diese Sätze bitte vermeiden...

  • Es war doch noch gar kein richtiges Kind.
  • Sei froh, jetzt weißt du, dass du schwanger werden kannst!
  • Du kannst ja noch andere Kinder haben.
  • Zum Glück hast du schon ein Kind!
  • Besser jetzt als später.
  • Gott sei Dank hast du das Kind noch nicht gekannt.
  • Es hat doch noch gar nicht richtig gelebt.
  • Es war doch noch gar nicht auf der Welt.
  • Ein größeres Kind zu verlieren, ist viel schlimmer.
  • Sei froh, vielleicht war es besser so (bei Behinderungen).
  • Dein Kind wäre doch nicht normal gewesen.
  • Es war besser so.
  • Es war Gottes Wille.
  • Sei froh, dass du überlebt hast.
  • Zum Vater: Du musst jetzt stark sein für deine Frau.
  • Ich weiß, wie es euch geht (außer man weiß es aufgrund eines eigenen Verlustes wirklich!)
  • Bitte weine nicht.
  • Bald bist du wieder schwnager, und dann ist alles gut.
 
 
 

Die obenstehenden Sätze sind für trauernde Eltern ein Schlag ins Gesicht. Sie werten den Verlust des Kindes ab und geben das Gefühl, dass das Kind nicht als solches anerkannt wird. Auch Ausführungen über die Schwägerin der Nachbarin, der etwas viiiiel Schlimmeres passiert ist, helfen nicht weiter.

Für Eltern ist nichts schlimmer, als ihr Kind zu verlieren.

 
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