Erinnerungsfotos sind wichtig für die ganze Familie...

Wenn wir Fotos haben, dann haben wir etwas, was die Existenz unseres Baby´s bestätigt. Die Fotos bestätigen, dass unser Kind existiert hat, aber auch, dass es nun tot ist. Wir können uns genau ansehen, wie unser Baby ausgesehen hat - Erinnerungen verblassen mit der Zeit, und dem können wir entgegenwirken. Wir wollen nicht vergessen, wei unser Kind ausgesehen hat! Außerdem haben wir die Möglichkeit die Bilder anderen zu zeigen (wenn wir möchten). Wir können zeigen, dass es sich um einen richtigen Menschen handelt, egal wie klein, und nicht um einen "Zischenfall". Wir können so unser Kind auch für andere real machen und unsere Trauer teilen und mitteilen. Für die Geschwister ist es vielleicht eine Hilfe, wenn man ihnen eines Tages ein Bild vom Sternenkind zeigen kann. Vor allem dann, wenn es keine Möglichkeit gab, dass sie das Geschwisterchen kennenlernen, oder erst danach geboren wurden.

Wer fotografiert, und womit?

In den meisten Krankenhäusern (leider längst nicht überall!!) nimmt das Personal ein oder mehrere Sofortbilder/ digitale Bilder des Babys auf. Man hat so auch sofort ein Bild in der Hand, das man Verwandten und Freunden zeigen kann. Sofortbilder können jedoch nach einigen Jahren vergilben, und können u.U. nicht einfach vervielfältigt werden.
Deshalb unbedingt den eigenen, digitalen Fotoapparat mitnehmen. Die Hebamme bitten, unmittelbar nach der Geburt zu fotografieren (Mama mit Baby, Papa mit Baby, alle zusammen). Später kann man dann selbst noch Fotos im Detail von seinem Baby machen.
Auf genügend Speicherplatz auf der Karte und Ersatz-Akkus achten, nicht, dass es an der Technik scheitert!

Das mag alles übertrieben erscheinen, aber die Moment zusammen mit dem Baby kann man nicht nachholen, und jedes einzelne Foto ist wertvoll.
Es ist möglich, dass das Baby keine normale, rosige Hautfarbe haben wird (falls es nicht richtig atmen kann, oder bereits vor der Geburt gestorben ist). Oder dass das Baby - besonders in den frühen Schwangerschaftswochen - eine rötliche Haufarbe hat, und die Haut noch sehr dünn ist. Auf schwarz-weiss Bildern sieht man später keinen Unterschied zu einem "normalen" Baby mehr. Ausserdem ist es mit schwarz-weiss Fotos auch für einen Laien einfach effektvolle Bilder aufzunehmen.
Vielleicht hast du auch selbst die Möglichkeit, die Bilder am Computer zu bearbeiten, ein wenig die Kontraste herauszunehmen, eben so, dass das Bild am Ende friedlich und schön aussieht. Man kann auch noch Texte, Sterne usw. auf dem Bild einfügen, so dass am Ende ein schönes Erinnerungstück für den Bilderrahmen entsteht. Wir haben bei Emily alles auf schwarzweiß gesetzt, und auch die Kontraste reduziert. Gerne bin ich kostenlos bei der nachträglichen Bearbeitung von Fotos behilflich!

 

Tipps für das Fotografieren:

  • Mama/ Papa mit Baby im Arm!
  • Familienfoto, also Baby mit Eltern, vielleicht sogar Geschwistern, Großeltern, Freunde etc.
  • Das Baby in den Armen des Pflegepersonals
  • Nahaufnahmen und Detailfotos vom Gesichtchen machen - besonders wertvolle, wichtige Fotos!!
  • Besonders bei einem Baby mit sichtbaren Fehlbildungen kann es sinnvoll sein, das Baby bekleidet und auch unbekleidet zu fotografieren. Scheut euch auch nicht, Bilder der Fehlbildung zu machen, falls vorhanden. Diese Bilder braucht man ja später niemandem zu zeigen, doch für einen selbst könnten sie wichtig sein.
  • Detailaufnahmen nicht vergessen: die kleinen Hände, die Füßchen, ein Ohr, Händchen in Mama oder Papas Hand, Füßchen in Mamas Hand... etc. Jedes Baby hat etwas ganz Besonders an sich, das es sich hervorzuheben lohnt.
  • auf die Belichtung / Lichtverhältnisse achten!
 

 

... wenn das Baby tot auf die Welt kommt


Erinnerungen, die unter Schock gesammelt werden müssen (und in einem gewissen Schockzustand befindet man sich nach einer stillen Geburt) verblassen möglicherweise noch schneller, als gewöhnlich. Wenn man sein Kind zudem unter dem Schutz der Geburtshormone sieht, ist es noch wahrscheinlicher, dass man die Erlebnisse und Ereignisse durcheinander bringt und schneller vergisst. Mir ging das wirklich so! Zum Glück kann ich immer meinen Mann fragen, und zum Glück haben wir die Bilder! Wir brauchen unbedingt Bilder! Alle oben genannten Tipps gelten natürlich genauso, wenn das Baby tot zur Welt kommt!

Man sollte auf einen würdevollen Rahmen achten, damit man nicht nur "medizinische" Fotos hat - das ist leider nicht überall selbstverständlich! (Toter "Fötus" auf weißem Laken, blutverschmiert mit Nabelschnurklammer - viele Eltern haben nur so ein Foto, das ist sicher besser als gar kein Foto, aber es ist wirklich kein liebevolles Andenken!)
Es kommt also ganz entscheidend darauf an, WIE das Baby fotografiert wird. Einen schönen Hintergrund wählen,, vielleicht eine Kerze anzünden, Blümchen dazulegen, ein Kuscheltier. Das Kind in eine schöne Decke oder ein Tuch hüllen, hübsch anziehen. In vielen Krankenhäusern gibt es auch ein kleines Körbchen, in das man das Kind legen kann.

Es soll ein friedliches Foto entstehen, das Kind soll wie schlafend in seinem kuschligen Bettchen liegen. So ein Bild stellt man sich auch lieber im Bilderahmen auf.

 
  In den USA gibt es eine gemeinnützige Organisation - Eltern, die ein Kind verlieren haben die Möglichekit, einen Fotografen kostenlos zur Geburt kommen zu lassen.

Die Organisation heisst "Now I lay me down to sleep" - ich finde es eine sehr schöne Sache.

http://www.nowilaymedowntosleep.org/

Hier eines der Videos, um zu zeigen, was für wundervolle Fotos man machen kann, wenn man es sich nur vorher überlegt! Man kann sich ja auch selbst Motive überlegen und gezielt so ähnlich (natürlich nicht so professionell) fotografieren. Oder man beauftragt sogar einen Fotografen...
 
 
 
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